
Dall'Igna bleibt auf dem Teppich: Kein WM-Jubel trotz Ducati-Höhenflug
Ducati feiert vier Siege in Serie und Marc Marquez meldet sich im Titelkampf zurück – doch Rennchef Gigi Dall'Igna bremst voreilige Championsnat-Träume und ordnet den Aufschwung nüchtern ein.
Die MotoGP-Saison 2026 hält die Fans in Atem: In den zurückliegenden zwei Rennwochenenden hat Ducati die Konkurrenz regelrecht dominiert und vier Siege in Serie eingefahren. Marc Marquez hat sich eindrucksvoll in den WM-Kampf zurückgemeldet, und auch Francesco Bagnaia glänzte mit konstanten Podestplätzen sowie einem Sprintsieg in Brünn. Doch ausgerechnet Ducati-Rennchef Gigi Dall'Igna mahnt zur Zurückhaltung.
Aprilias Pechsträhne verzerrt das Bild
Gegenüber Sky Sport Italia analysiert Dall'Igna die aktuelle Lage mit bemerkenswerter Ehrlichkeit: „Aprilia hatte in den letzten beiden Rennen Pech." Der Ducati-Boss spielt damit auf eine Serie unglücklicher Ereignisse an, die den Konkurrenten aus Noale schwer zurückgeworfen haben. Startunfälle in Balaton Park und Brünn, Zeitstrafen gegen Jorge Martin sowie die vollständige Rennsperre für Marco Bezzecchi am Rennsonntag in Tschechien – all das habe Aprilia schlicht daran gehindert, das eigene Potenzial abzurufen. Für Dall'Igna ist daher klar: Das aktuelle Kräfteverhältnis spiegelt nicht die wahre Wettbewerbssituation wider.
Gleichzeitig lässt der Italiener keinen Zweifel daran, dass Ducati auch aus eigener Kraft Fortschritte erzielt hat: „Wir haben unseren Teil beigetragen." Die Werksmaschine funktioniere derzeit „auf vielen Strecken gut", und das Fahreraufgebot bestätige dieses Niveau zuverlässig.
Interne Stärke als Trumpfkarte
Besonders stolz ist Dall'Igna auf die Leistungstiefe im Ducati-Lager. Nicht nur Marquez, sondern das gesamte rot-weiße Aufgebot glänzt in dieser Saison: „Wir haben viele Fahrer vorne, nicht nur Marc." Diese interne Dichte sei ein entscheidender Faktor im laufenden Titelkampf, da sie Ducati ermöglicht, in nahezu jedem Rennen Punkte auf breiter Front einzusammeln.
Dall'Igna bremst Titelkalkulationen aus
Trotz der beeindruckenden Formkurve gibt sich Ducati intern bewusst bescheiden. Auf die Frage nach der Weltmeisterschaft stellt Dall'Igna klar: „Für mich hat auch Pecco noch die Möglichkeit, die Weltmeisterschaft zu gewinnen." Szenarien und Rechenspiele seien zum jetzigen Zeitpunkt fehl am Platz. „Wichtig ist, dass wir beide Fahrer in die bestmögliche Position bringen, um Rennen zu fahren. Um die Meisterschaft kümmern wir uns später. Es ist noch nicht der richtige Zeitpunkt für Kalkulationen", so der Ducati-Rennchef unmissverständlich.





