Fantic Stealth 500 vorgestellt: Das leichteste A2-Naked Bike mit Racing-Genen
Die Fantic Stealth 500 tritt als große Schwester der 125er-Variante an und will mit Racing-DNA, minimalem Gewicht und starker Ausstattung die A2-Klasse aufmischen.
Fantic Stealth 500 - Naked Bike mit Rennstrecken-Ambitionen
Der italienische Motorradhersteller Fantic aus Santa Maria di Sala hat nach der erfolgreichen Markteinführung der Stealth 125 nun das nächste Kapitel aufgeschlagen: Die Fantic Stealth 500 steht in den Startlöchern – und sie hat einiges zu sagen. Ein Pressetest in der malerischen Toskana gab erste Eindrücke, wie sich das neue A2-Naked Bike im realen Fahrbetrieb schlägt.
Wer die Stealth 500 zum ersten Mal sieht, erkennt sofort, woher die Inspiration stammt: Das Moto2-Rennprogramm von Fantic hinterlässt unverkennbare Spuren am Serienmodell. Von der Tankform über die Airbox bis hin zur Schwinge – die optischen und konstruktiven Anleihen beim Rennsport sind kein Zufall, sondern gelebte Markenphilosophie.
Das Gewicht als größtes Pfund
Das wohl beeindruckendste Merkmal der Stealth 500 ist ihr Gewicht von lediglich 147 kg – gemessen mit allen Betriebsflüssigkeiten, aber ohne Benzin. Damit ist Fantic in der A2-Klasse konkurrenzlos leicht und bietet einen entscheidenden Vorteil, den man in jeder Kurve spürt.
Dieses geringe Gewicht macht das Motorrad außerordentlich handlich: Richtungswechsel gelingen spielerisch und mit minimalem Kraftaufwand. Doch wo manche Hersteller bei leichten Bikes Kompromisse bei der Fahrstabilität eingehen müssen, überzeugt die Stealth 500 mit einer gelungenen Balance. Das Fahrwerk wurde bewusst auf den Alltag ausgelegt – es meistert den Berufsverkehr ebenso souverän wie die kurvige Heimfahrt nach Feierabend, ohne dabei weder in Komfort noch in Stabilität nennenswert nachzugeben.
Komponenten: Alles aus eigener Hand
Bemerkenswert ist, dass nahezu alle Komponenten der Stealth 500 intern bei Fantic entwickelt und gefertigt wurden. Das Fahrwerk lässt sich hinten im Federvorspann einstellen – für diese Klasse absolut üblich. Wer mehr möchte, kann auf zukünftige Racing-Komponenten zurückgreifen, deren Verfügbarkeit Fantic bereits angekündigt hat.
Bremsen: 320 mm vorne, 230 mm hinten – geliefert von ByBre, einer Tochtergesellschaft von Brembo
Felgen: Gesamtgewicht von nur 9 kg – konsequent auf Leichtbau ausgelegt
Bereifung: Pirelli Diablo Rosso IV – für diese Klasse ein außergewöhnlich hochwertiger Serienreifen
Motor: Einzylinder mit Hochdrehzahl-Charakter
Das Herzstück der Stealth 500 ist ein Einzylinder-Triebwerk, das von Motori Minarelli – einer Fantic-Tochtergesellschaft – entwickelt und produziert wurde. Interessantes Trivia: Derselbe Motor kommt auch in Yamahas 125er-Viertaktern zum Einsatz. In Italien genießen Minarelli-Motoren einen hervorragenden Ruf, und das aus gutem Grund.
In der A2-Kategorie ist die maximale Leistung gewichtsabhängig geregelt – die Stealth 500 schöpft diesen Rahmen voll aus und leistet 45 PS bei einem maximalen Drehmoment von 42 Nm bei 7.000 U/min. Die Abstimmung ist bewusst sportlich gehalten: Der Motor will gedreht werden und dreht frei bis an die 10.000-U/min-Marke. Dennoch liefert der moderne Einzylinder auch im unteren Drehzahlbereich angenehmen Schub – das Beste aus beiden Welten, wie man es von einem gut abgestimmten Sportmotor erwartet.
Trotz des Einzylinderkonzepts bleiben störende Vibrationen aus – auch bei niedrigen Drehzahlen bleibt der Lauf angenehm kultiviert und fühlt sich keineswegs einem Zweizylinder unterlegen.
Elektronik: Vollausstattung für die Klasse
Die Stealth 500 setzt auf ein Ride-by-Wire-System und bietet zwei Motorcharakteristiken (Fun und Wet) sowie insgesamt vier Fahrmodi:
Street – für den normalen Straßenbetrieb
Wet – angepasste Leistungsentfaltung bei Nässe
Track – maximale Performance mit optionalem Supermoto-ABS (Hinterrad-ABS deaktivierbar)
Custom – alle Parameter frei konfigurierbar
Zur Sicherheitsausstattung gehören ein schräglagenabhängiges ABS sowie eine Traktionskontrolle. Das TFT-Display ist gut ablesbar und liefert alle relevanten Informationen auf einen Blick. Im Track-Modus wechselt das Display auf ein rennorientiertes Layout mit fokussierten Racing-Daten.
Ergonomie: Für viele Körpergrößen geeignet
Die Sitzhöhe von 810 mm ist die höchste in dieser Fahrzeugklasse, stellt aber dank des schmalen Knieschlusses keine nennenswerte Einstiegsbarriere dar. Im Pressetest erwies sich die Sitzposition für Fahrer zwischen 170 und 195 cm als komfortabel und ausgewogen. Die Sitzposition selbst ist sportlich-aufrecht – ideal für aktives Fahren ohne Rückenschmerzen nach einer langen Tour. Praktisch: Ein USB-C-Anschluss ist ebenfalls an Bord.
Fahreindruck: Spritzig, sicher und spielerisch
Spritzig, spaßig, spielerisch, angenehm und sicher – so lautete das spontane Urteil nach den ersten Metern auf der Stealth 500. Die ByBre-Vorderbremse arbeitet präzise und kraftvoll, was in dieser Klasse kein Selbstverständnis ist. Die Getriebeabstimmung ist auf aktives Fahren ausgelegt: Am Ende des dritten Ganges sind rund 120 km/h erreicht – man ist also ständig motiviert, das Getriebe zu nutzen und den Motor im Bereich zu halten, wo er am meisten Spaß macht.
Die Stealth 500 harmoniert sowohl mit einem hängenden als auch mit einem drückenden Fahrstil, was sie zu einem vielseitigen Begleiter macht – auf der Landstraße ebenso wie auf der Rennstrecke.
Fazit: Eine ernsthafte Empfehlung für die A2-Klasse
Die Fantic Stealth 500 ist in vier Farben erhältlich und richtet sich an Einsteiger und A2-Fahrer, die ein leichtes, hochwertiges und spaßorientiertes Naked Bike suchen – eines, das im Alltag funktioniert und trotzdem auf der Landstraße begeistert. Wer sich gerne von der Masse abhebt und Wert auf Racing-Ästhetik legt, wird hier fündig.