
Bezzecchi kämpft zurück: Schlüsselbeinbruch am Sachsenring stoppt den Aprilia-Star nur kurz
Marco Bezzecchi zog sich am Sachsenring einen Schlüsselbeinbruch zu – doch der Italiener zeigt sich trotz einer Serie von Rückschlägen ungebrochen kämpferisch.
Es waren keine leichten Wochen für Marco Bezzecchi. Der Aprilia-Pilot erlebte am Sachsenring den vorläufigen Tiefpunkt einer schwierigen Phase: Ein Highsider im Qualifying warf ihn wortwörtlich aus der Bahn und brachte ihm einen vollständigen, verschobenen Bruch des linken Schlüsselbeins ein.
Sturz bei 140 km/h – und ein bitteres Déjà-vu
Dabei hatte das Wochenende in Deutschland zunächst gar nicht so schlecht begonnen. Bezzecchi war angeschlagen aus den Niederlanden angereist, wo er in Assen bereits gestürzt war – glücklicherweise ohne schwerwiegende Verletzungsfolgen. Am Sachsenring spürte er noch die Nachwehen.
"Ich war nicht bei hundert Prozent, und das wusste ich", erklärt der Italiener offen. "Der Plan war deshalb klar: Session für Session herantasten, nichts überstürzen."
Dieser Plan schien zunächst aufzugehen. Am Freitag überzeugte Bezzecchi mit einem starken siebten Platz im Training und dem souveränen Einzug ins Q2 – beachtliche Leistungen angesichts seiner körperlichen Einschränkungen. "Das war keineswegs selbstverständlich", so der Aprilia-Fahrer. "Die Rennpace sah vielversprechend aus, es gab eine Basis zum Aufbauen."
Doch im zweiten Qualifying-Run am Samstag endete das Wochenende abrupt. In Kurve 7 verlor Bezzecchi bei rund 140 km/h die Kontrolle über den Hinterreifen, wurde vom Motorrad abgeworfen und landete im Kiesbett. Auf dem Rücksitz eines Motorrollers zurück in die Box gebracht, ahnte er bereits, dass mehr passiert war als nur ein Schrecken. Das Medical Center bestätigte den Verdacht.
Notoperation und der Weg zurück
Noch am selben Abend reiste Bezzecchi nach Italien ab. Bereits am Sonntagvormittag wurde er erfolgreich operiert. Aprilia zeigt sich vorsichtig optimistisch: Das Team rechnet damit, dass ihr Fahrer nach der Sommerpause beim Grand Prix in Silverstone wieder im Sattel sitzen wird. Ob dieser Zeitplan tatsächlich einzuhalten ist, werden die kommenden Wochen zeigen.
"Es ist nicht so gelaufen, wie ich es mir erhofft hatte – aber es ist, wie es ist", sagt Bezzecchi mit bemerkenswerter Gelassenheit. "Jetzt heißt es: Kopf runter, Genesung, Physiotherapie und alles Nötige tun, um in bestmöglicher Verfassung wieder aufs Motorrad zu steigen."
Vier Wochenenden zum Vergessen
Der Sachsenring war der traurige Abschluss einer Serie von Rückschlägen, die Bezzecchi in der WM-Wertung auf den dritten Platz zurückgeworfen hat. In den vergangenen vier Rennwochenenden holte er magere 13 Punkte – ein erschreckendes Resultat für einen Titelkandidaten.





