Enduro-EM 2026 in Ungarn: Fischeder und Rambow holen sich die Klassendoppelsiege in Tamási
Traumstart für Deutschland bei der Enduro-Europameisterschaft 2026: Luca Fischeder und Nico Rambow dominieren an beiden Renntagen ihre Klassen im ungarischen Tamási.
Die Enduro-Europameisterschaft 2026 hat mit einem Paukenschlag begonnen – und für das deutsche Lager könnte die Ausgangslage nach dem ersten Saisonwochenende kaum besser sein. In Tamási, Ungarn, krönten sich Luca Fischeder in der Klasse E3 sowie Nico Rambow in der Klasse S40 jeweils zum doppelten Tagessieger. Doch der deutsche Erfolg beschränkte sich keineswegs auf diese beiden – zahlreiche weitere Fahrer aus Deutschland hinterließen unter extremen Bedingungen einen starken Eindruck.
Staub, Hitze und null Spielraum für Fehler
Das Auftaktwochenende der Enduro-EM 2026 hatte es von Beginn an in sich. 114 Fahrer kämpften unter widrigsten Bedingungen um die ersten Saisonpunkte:
Extreme Hitze und knochenharte Böden
Aufgewirbelter Staub mit drastisch eingeschränkter Sicht
Technisch hochanspruchsvolle Sonderprüfungen
Eine am zweiten Tag bereits komplett zerfahrene Strecke
Während der Samstag noch vergleichsweise beherrschbare Verhältnisse bot, legte der Sonntag noch einmal eine Schippe drauf. Böiger Wind trieb den Staub in die Fahrerspuren, Sicht und Grip sanken auf ein Minimum. Wer an diesem Wochenende ganz vorne mitfahren wollte, musste mentale Stärke beweisen und über beide Tage hinweg absolut konstant performen – Fehler wurden kompromisslos abgestraft.
Gesamtsieg an Roland Liszka – aber Fischeder macht Druck
Den Gesamtsieg sicherte sich Roland Liszka, der vor eigenem Publikum an beiden Tagen als Erster die Ziellinie überquerte und damit seinen Vorjahreserfolg in Tamási wiederholte. So souverän, wie das klingen mag, war es jedoch nicht: Am Sonntag trennte ihn am Ende gerade einmal zwei Sekunden von Luca Fischeder. Der Druck im Feld war permanent spürbar – ein einziger Ausrutscher hätte das Ergebnis kippen können.
Luca Fischeder: Zwei Tage, zwei Siege – und beinahe der Overall-Triumph
Für Luca Fischeder verlief das Wochenende nahezu makellos. Der Deutsche gewann an beiden Tagen seine Klasse E3 und schloss den Sonntag als Zweiter in der Gesamtwertung ab. Besonders beeindruckend: Gerade dann, als das Fahrerfeld auf den zerfurchten Pisten ins Straucheln geriet, bewies Fischeder kühlen Kopf. Konstanz und Fehlerfreiheit – das sind die Tugenden, die im Enduro über Sieg und Niederlage entscheiden, und genau diese Qualitäten demonstrierte er eindrucksvoll.
Women-Klasse: Seljeseth souverän, Bianchi steigert sich
In der Damenklasse ließ Malene Seljeseth keine Zweifel an ihrer Favoritenrolle aufkommen. Mit zwei Tagessiegen und beständiger Leistung in allen Sonderprüfungen dominierte sie das Wochenende. Matilda Ahlström hielt das Tempo zumindest phasenweise hoch, während Stephanie Bianchi am Sonntag mit Rang drei eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem Vortag zeigte.
Garry Dittmann lieferte einen ehrlichen Einblick in das, was Enduro-Racing wirklich bedeutet: Kämpfen, Einstecken und zurückkommen.
Samstag – stark begonnen, dann Rückschläge
Dittmann erwischte einen vielversprechenden Start und fuhr im Extremtest auf Platz drei. Doch im Endurotest machten sich Arm-Pump und fehlender Rhythmus bemerkbar, ein Sturz im zweiten Durchgang kostete wertvolle Zeit. Am Ende rettete er sich in der entscheidenden Schlussrunde noch auf Platz 5 in der Klasse (41. Overall).
Sonntag – Rückschlag und Aufholjagd
Der zweite Tag brachte zunächst Probleme im Crosstest, ein Fehler im Endurotest verschenkte rund 10 bis 15 Sekunden, zwischenzeitlich fiel Dittmann auf Rang 8 zurück. Doch dann zeigte der Deutsche seinen Charakter: Mit einem Energiegel, fokussiertem Kopf und einer starken Schlussrunde – inklusive Top-Zeit im finalen Crosstest – kämpfte er sich zurück und schloss den Tag auf Platz 7 in der Klasse (42. Overall) ab. Sein eigenes Fazit bringt es auf den Punkt: Die Leistung stimmt – aber im Enduro entscheiden Kleinigkeiten über mehrere Plätze.
Fazit: Deutschland meldet sich eindrucksvoll zurück
Der Saisonauftakt der Enduro-EM 2026 sendet eine klare Botschaft: Deutschland ist in mehreren Klassen eine ernsthafte Größe. Fischeder und Rambow setzten sofort ein unmissverständliches Ausrufezeichen, und auch die Breite des deutschen Aufgebots überzeugte. Das Niveau im gesamten Feld ist enorm, die Saison ist nach diesem ersten Wochenende völlig offen – und genau das macht Lust auf mehr.
Ausblick: Weiter geht's in Italien
Runde zwei der Enduro-Europameisterschaft 2026 findet am 27. und 28. Juni 2026 im italienischen Piediluco statt. Dann wird sich zeigen, wer den starken Start bestätigen kann – und wer sich weiterentwickelt hat.